{"id":2635,"date":"2020-11-02T16:39:42","date_gmt":"2020-11-02T15:39:42","guid":{"rendered":"https:\/\/improflair.at\/momentum\/?page_id=2635"},"modified":"2020-11-03T19:55:44","modified_gmt":"2020-11-03T18:55:44","slug":"kooperation-und-kollaboration","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/improflair.at\/momentum\/kompetenzorientiert\/kooperation-und-kollaboration\/","title":{"rendered":"Kooperation und Kollaboration"},"content":{"rendered":"\n<p>Beim Einsatz von Improvisationsmethoden geschieht eine besonders intensive Form von Kollaboration, ein \u201ecomping\u201c (einander in einem umfassenden Sinn Begleiten und gleichzeitig eigene Beitr\u00e4ge Einbringen, vgl. Becker, 2012): Es entstehen Effekte der Ko-Kreation, bei der Bewertungen wie \u201efalsch\u201c und \u201erichtig\u201c deutlich weniger Bedeutung haben. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Lernende gegenseitig unterst\u00fctzen, sich nicht einander nur herausfordern, sondern auch f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eImprovisation involves students creating a physical reality through individual action and emotion while, at the same time, developing a shared vision with the other students.\u201d (Berk &amp; Trieber, 2009, S. 53). Im Zentrum kann demnach ein gemeinsames Ziel stehen, ein gemeinsamer Fokus, zu dem gemeinsam nachgedacht und geforscht wird, womit emergente Ergebnisse m\u00f6glich werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Sawyer (2007) besch\u00e4ftigt sich intensiv mit dem Zusammenhang der Kollaboration in Gruppen und der Improvisation. Daf\u00fcr seien folgende zehn Aspekte wichtig:<\/p>\n\n\n\n<ol><li>Ein erkennbares Ziel: In Hinblick auf Bildungssettings, wie etwa die Erledigung einer Aufgabe oder das Erreichen eines Lernziels. Ein m\u00f6gliches Ziel kann sein die F\u00e4higkeit zur Zusammenarbeit weiterzuentwickeln oder, etwas unspezifischer, mehr voneinander und m\u00f6glichen gemeinsamen Zielen zu erfahren.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>2.) Wahrhaftiges, respektvolles, intensives Zuh\u00f6ren: Hierbei geht es um mehr als das blo\u00dfe Aufnehmen auditiver Signale. Dies tr\u00e4gt zu einer Atmosph\u00e4re des Vertrauens bei. Wichtig sind Methoden, die die gegenseitige Zuwendung f\u00f6rdern. Unterst\u00fctzt werden kann dies etwa durch Improvisationsmethoden, bei denen K\u00f6rperhaltungen gespiegelt und kopiert werden bzw. in denen Aussagen wiederholt oder zusammengefasst werden, bevor ein eigener Beitrag eingebracht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>3.) Autonomie: Diese hat einen engen Zusammenhang zum Ansatz der Co Creation: Gruppen ben\u00f6tigen \u2013 gerade in hierarchischen Systemen \u2013 ein m\u00f6glich hohes Ausma\u00df an Autonomie. Auch Bildungssettings haben oft hierarchische Komponenten, die sich etwa in der Art und Weise spiegeln, wie manche Lehrende gro\u00dfe Teile ihres Unterrichts gestalten. Zur Autonomie geh\u00f6rt dass alle Anwesenden sich gleicherma\u00dfen intensiv beteiligen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>4.) <a href=\"https:\/\/improflair.at\/momentum\/faqs\/warum-ist-kontinuierliches-kennenlernen-wichtig\/\">Gegenseitiges Kennenlernen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>5.) Eine Konzentration auf Ereignisse im Hier und Jetzt: Gepr\u00e4gt von einer Haltung der Achtsamkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>6.) Eine rudiment\u00e4re Form gemeinsamer Sprache oder eines Bezugrahmens: Hilfreich sind dabei das gemeinsame Ein\u00fcben und Vertiefen von Methoden, bei denen ebenso ein besseres gegenseitiges Kennenlernen erfolgt und ein Mindestma\u00df von aufeinander Einlassen, um Ausdrucksweisen von Mitspielenden besser einordnen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>7.) Umsetzung des Improvisations-Prinzips des \u201eJa, genau! Und\u2026\u201c: Das achtsame Wahrnehmen und Wertsch\u00e4tzen eigener Ideen sowie der Impulse anderer, ebenso diese als Ausgangspunkt und Bestandteil(e) f\u00fcr eigene Beitr\u00e4ge zu nutzen. Jede\/r Anwesende wird dabei unterst\u00fctzt, zu den Aktivit\u00e4ten der anderen nicht nur beizutragen, sondern mehr noch diese mit allen M\u00f6glichkeiten zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>8.) Einsatz des Zufallsprinzips f\u00fcr das Finden von Kleingruppen \/ Personen, die als n\u00e4chstes die \u201aB\u00fchne\u2018 betreten sollen: Improvisationsmethoden werden, wie schon angesprochen, f\u00fcr manche Personen insofern herausfordernd erlebt, als sie aus der eigenen Komfortzone herausf\u00fchren, besonders durch ein Interagieren mit \/ vor anderen. Wichtig kann daher sein, dass es sehr schnell erfolgt, Tandems, Triaden und Kleingruppen zu bilden bzw. auszuw\u00e4hlen, welche von diesen bzw. welche Einzelpersonen als n\u00e4chstes gemeinsam etablierte Handlungsb\u00fchnen betreten. Sehr hilfreich ist dabei das Zufallsprinzip einzusetzen, wobei ein Ausgangspunkt <a href=\"https:\/\/improflair.at\/momentum\/knowledgebase\/methoden-zum-kennenlernen\/soziometrische-ubungen\/\">soziometrische \u00dcbungen<\/a> sein k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>9.) Spontanit\u00e4t: Wird hier gedeutet als F\u00e4higkeit, Pl\u00e4ne loszulassen und sich selbst mit Aussagen und Bewegungen zu \u00fcberraschen bzw. Unerwartetes von anderen als Chance zu begreifen und Ausgangspunkte zu nutzen. Dabei sollten Bewertungen von Aussagen anderer f\u00fcr gewisse Zeitr\u00e4umen hintangestellt werden, sich alle Beteiligten neuen Ideen und Sichtweisen anzuvertrauen bzw. sich in v\u00f6llig neue Lebensbereiche und -sichtweisen f\u00fchren zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>10.) <a href=\"https:\/\/improflair.at\/momentum\/faqs\/welche-moglichkeiten-gibt-es-zum-aufwarmen-fur-improvisationsmethoden\/\">Aufw\u00e4rmen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Bildung hat weiters viel mit gegenseitiger Begegnung zu tun. Improvisationsmethoden nehmen Einfl\u00fcsse auf diese und sind gleichzeitig Gestaltungselemente f\u00fcr einen konstruktiven, wertsch\u00e4tzenden, kreativen sowie ertragreichen Austausch. So werden Meinungen und Zug\u00e4nge wahrgenommen sowie integriert, die vielleicht ganz anders sind als bisher Geglaubtes und als wichtig Erlebtes. Weiters ist f\u00fcr Lernsettings die F\u00e4higkeit der \u00dcbernahme von anderen Perspektiven, die \u201eF\u00e4higkeit und Bereitschaft, Situationen aus Sicht anderer Personen zu betrachten und auf diese Weise ihre Reaktionen (Handlungen, Gedanken, Gef\u00fchle und Motive) zu verstehen\u201c (Walter &amp; Domkowsky, 2012), wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Literatur<\/p>\n\n\n\n<p>Becker, T. (2012). E<a href=\"http:\/\/etd.fcla.edu\/CF\/CFE0004516\/Becker_Theresa_C_201212_PhD.pdf\">valuating improvisation as a technique for training preservice teachers for inclusive classroom<\/a>s. University of Central Florida, Orlando. Abgerufen 30. 9. 2018 <\/p>\n\n\n\n<p>Berk, R. A. &amp; Trieber, R. H. (2009). Whose classroom is it anyway? Improvisation as a Teaching Tool. Journal on Excellence in College Teaching, 20(3), S. 29 \u2013 60.<\/p>\n\n\n\n<p>Sawyer, K. R. (2007). Group Genius: The Creative Power of Collaboration. New York: Basic Books.<\/p>\n\n\n\n<p>Walter, M. &amp; Domkowsky, R. (2012). <a href=\"http:\/\/publish.ucc.ie\/scenario\/2012\/01\/domkowskywalter\/07\/de\">Was kann Theater? Ergebnisse empirischer Wirkungsforschung<\/a>. Scenario, 2012 (01). Abgerufen 13. 8. 17 .<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Einsatz von Improvisationsmethoden geschieht eine besonders intensive Form von Kollaboration, ein \u201ecomping\u201c (einander in einem umfassenden Sinn Begleiten und gleichzeitig eigene Beitr\u00e4ge Einbringen, vgl. Becker, 2012): Es entstehen Effekte der Ko-Kreation, bei der Bewertungen wie \u201efalsch\u201c und \u201erichtig\u201c deutlich weniger Bedeutung haben. 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